Pause gedrückt

Waldviertel ©Claudia Spieß

ToDos: Keine!

Ab und zu braucht man sie – die berühmte „Auszeit“. Manchmal reichen ein paar Stunden, manchmal muss dafür allerdings ein Urlaub und auch Ortswechsel her. 

Vor einigen Jahren hat ein lieber Freund, der in Schweden lebt, gemeint: „Claudi, wenn du mal richtig entschleunigen magst, dann komm einfach her“. 

Lang hat’s damals nicht gedauert, und ich bin angereist, um eine knappe Woche im kleinen Dörfchen Skruv in Südschweden der Hektik des Alltags zu entkommen. Und er hatte recht: Das ging dort schlagartig. Ruhe, Natur und nochmal Natur. 

Es muss nicht immer Schweden sein

Diesmal war keine Flugreise nötig, um an mein Ziel zu kommen. Ich hab Bogey, meinen steten Begleiter auf vier Pfoten, und ein paar Sachen ins Auto gepackt und bin in ein Häuschen in ein Mini-Dorf ins Waldviertel gegondelt.

Und ehrlich – ich muss sagen, es erinnert mich an den Aufenthalt in Schweden. 
Die paar Leute, die man eventuell trifft, sind super-freundlich, aber nicht aufdringlich. Die Ruhe hier ist immer wieder erstaunlich. Es gibt Momente, in denen man wirklich NICHTS hört. Zu diesem „Nichts“ gesellt sich ab und zu Hühnergegacker oder das Knattern eines Traktors auf den umliegenden Feldern. 

Nachts sieht man unglaublich viele Sterne, da hier einfach nirgends Licht ist, das stören könnte. Und ja, der Himmel war meist auch klar genug. 

Zutaten für meine "Alltagsfluchten"

Was ich brauch, um mich einfach pudelwohl zu fühlen, nix zu vermissen und den Kopf leer zu kriegen:

Klar, Bogey! Mein bester Kumpel und treuester Begleiter muss mit. Das steht außer Frage. 

Natur! Am besten in Form von laaaangen Wegen durch Felder, über Wiesen und durch Wälder. 
Wasser. Klar, zum Trinken. Aber es zieht mich einfach auch immer fast magnetisch an Flüsse, Seen, Teiche und auch das Meer. Meermäßig ist das Waldviertel jetzt nicht sooo übermäßig ausgestattet. Aber es reicht schon ein kleines Bächlein, das dann vielleicht sogar mitten im Wald einen kleinen See bildet. 

Ich mag’s, den weichen Waldboden zu spüren und das ganz spezielle Geräusch der eigenen Schritte zu hören. 

Ich mag auch den Geruch von Wald: Den Geruch von Schwammerln, Nadelbäumen, Moos, Holz und was noch alles zum typischen Waldgeruch beiträgt, mit jedem Atemzug aufzusaugen und dabei vielleicht auch einfach mal nur rumzustehen und die Zeit einfach Zeit sein zu lassen.

Bogey ist sowieso ein „Urlaubs-Fan“, weil wir dann einfach nochmal mehr gemeinsam unterwegs sind und er Millionen neue Eindrücke und vor allem Gerüche kennenlernen darf. Und ja, auch Bogey ist – so wie sein Frauli – ein kleiner Waldschratt 😉

Raus, auch wenn mir die Decke nicht auf den Kopf fällt

Drum ist’s mir einfach ab und zu ein Bedürfnis, ein paar Tage rauszukommen. Aus der gewohnten Umgebung, aus dem gewohnten Tagesrhythmus. 

Es muss nicht immer so sein, dass man es daheim gar nicht mehr aushält, aber zwischendurch mal auf die Pause-Taste des Alltags drücken, durchatmen, loslassen, Kraft holen – das MUSS sein. 
Eine kleine Unterbrechung, die großartig gut tut. 🙂

Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause.

— Elizabeth Barrett Browning —