Mein 2021

Ribiselmarmelad 2021 ©Claudia Spieß

... oder auch: "Ribiselmarmelad"

Ribiselmarmelade mag ich eigentlich nicht so besonders gern. Sie ist zwar süß, aber zugleich auch sauer. Und immer wieder hat man diese Körndln dabei, auf denen man ewig rum beißt. Aber in einem Ribiseltascherl kann sie schon auch sehr gut sein. 

Wie auch immer – sie passt jedenfalls ganz gut dazu, wie ich mein 2021 seh: Durchaus süß, viele tolle Dinge sind passiert, viele gute Möglichkeiten haben sich aufgetan. Trotzdem war da auch manchmal ein saurer Beigeschmack, oder Dinge, die sich anfühlten wie störende Körndln, mit denen ich mich eine Zeit auseinandersetzen musste.

Für meinen Jahresrückblick hab ich mir überlegt, was die wichtigsten Dinge, die wichtigsten Geschehnisse, Erlebnisse, Ereignisse, Neuerungen und Veränderungen für mich waren. 

Und jetzt, wo das Teil fertig ist, seh ich, wie viel das war. Und wenn ich mir die Länge anseh…. oh Mann, ich habe ein Monster erschaffen! 😄😉

Was gibt´s im Überblick?

Silvester-Flucht-Urlaub

Angefangen hat 2021 mit meinem geplanten Silvester-Urlaub. (Die Betonung liegt hier auf „geplant“!)

Ich hass diese Knallerei zu Silvester, ich mag überhaupt keinen Lärm. Ich mag’s gern ruhig. Egal, wo und wann. Drum ist mir Silvester einfach ein Greuel. Nochmal: Ich hass es. Wirklich! Ich kann es nicht anders sagen. Ich werd grantig, mir geht’s nur auf die Nerven, und ich bin gereizt. Meinem Wuff ist’s Gott sei Dank egal, der nimmt das recht gelassen. Und ihm zuliebe reiss ich mich jedes Mal z´samm, damit sich meine „tolle Stimmung“ nur ja nicht auf ihn überträgt – in der Hoffnung, dass er weiterhin so gelassen bleibt wie bisher.

Silvester-Mundl und Dinner for One

Zum Jahreswechsel 2019/2020 wollt ich es mir zu Hause auf der Couch gemütlich machen, die Knallerei einfach ignorieren (ich muss beim Schreiben grad sehr über mich und meine manchmal naiven Vorstellungen lachen), mir den Silvester-Mundl und „Dinner for One“ ansehen und dann bald mal schlafen gehen. Gesagt – getan, nur leider hat’s nicht ganz so funktioniert.

Nice try, liebe Spieß

Ich hätt den Fernseher soooo laut drehen müssen, um auch nur IRGENDWAS hören zu können, dass ich grantig werden würd wegen dem plärrenden Fernseher (untermalt mit Knallerei). Definitiv einzuordnen als sauer mit einer Unmenge an grauslichen Körndln.

Also hab ich mich direkt am 1. Jänner an den PC gesetzt und mir ein kleines Häuschen in der Steiermark nahe des Grünen Sees rausgesucht und da meinen Silvester-Urlaub für 2020/2021 gebucht. Dort wird’s ruhig sein, da ist einfach NICHTS rundherum. Warum hab ich da nicht früher schon mal dran gedacht? Silvester-Flucht-Urlaub sozusagen.

Das ganze Jahr über hab ich mich drauf gefreut…. Doch dann kam Corona. *gnhmpf*. Den Urlaub musste ich stornieren, und wieder war ich zu Silvester in Wien. Doch auch dank Corona war es diesmal ein bisserl leiser. Leider mit ein Grund, dass ich komplett drauf vergessen hab, meinen Silvester-Flucht-Urlaub für heuer zu buchen… *seufz*

Man wird bescheiden ...

Einen Ausflug an den Grünen See hab ich dann im März mit meinem Bogey nachgeholt. Immerhin. Und ja, Silvester dort wär einfach nur sensationell gewesen. 

Corona (jaaa... sorry, muss sein)

Ist ein Jahresrückblick ohne Corona möglich? Wohl nicht. Irgendwie fühlt es sich manchmal an, als wäre NUR NOCH Corona da. Das Jahr war – wie auch 2020 schon – geprägt von Corona da, Corona dort. Maßnahmen, unzählige Tests, die Sorge, sich selbst und vielleicht auch liebe Menschen um sich herum anzustecken, Lockdowns und schließlich die große Hoffnung in Form der Impfung sind aus unserem Alltag nimmer wegzudenken.

2020 war schon klar, dass wir eine Zeit lang damit beschäftigt sein werden. Dass es nun aber schon fast zwei Jahre so geht und noch kein wirkliches Ende in Sicht ist, fällt definitiv unter „sauer mit Körndln“. 

Dass die Situation rund um Corona für mich persönlich allerdings auch ein paar gute Dinge gebracht hat, darf ich hier nicht vergessen. Beruflich hat sich ja für mich schon seit Beginn der Pandemie einiges verändert. Mittlerweile ist mein Job bei Mimikama mein Hauptjob. Dadurch hat sich einiges bei mir verschoben, die Fotografie wurde weniger, und ich konnte mich so auf mein Lieblingsthema – die Hundefotografie – konzentrieren.

Auseinandersetzen mit sich selbst

Dadurch, dass sich Corona auch in der Freizeitgestaltung bemerkbar gemacht hat (ich bin einfach viel weniger unterwegs als früher mal), hatte ich wohl Zeit, ein klein wenig in mich selbst reinzuhorchen. Zeit und Ruhe sind ja oft richtig ungute Gesellen, wenn man sich mit sich selbst auseinandersetzen muss. Aber sie können auch richtig gute Freunde sein, wenn man ein klein wenig genauer hinhört und auf Dinge aufmerksam wird, die schon lange in einem schlummern, man aber nie die Zeit hatte, ihnen wirklich die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die sie verdient hätten. 

Bei mir haben sich allerdings einige Dinge in den Vordergrund geschoben, die schon viel zu lang drauf gewartet haben, endlich ihren Auftritt hinlegen zu können. Ich hab das auch in einen Artikel bei Mimikama verpackt, weil wir hier zurzeit im Zuge der „Corona-Storys“ auch Leser zu Wort kommen lassen. Und das hier ist meine: Mein Leben ohne Pandemie: „Es war einfach nichts mehr wirklich planbar“

Negativer Coronatest

Menschenrechtspreis

Woooot? Haha! Ja, voll! Wenn man den richtigen Job hat, bekommt man schon auch mal einen Menschenrechtspreis. Naja, vielleicht nicht ich persönlich, nicht die Spieß. – Aber Mimikama!

Eigentlich war das schon 2020, aber durch Corona wurde die Verleihung verschoben, bis es dann im März 2021 so weit war …

Ich weiß noch, wie mein Chef mir davon erzählt hat, und wie er es einfach nicht verstanden hat. „Warum wir?“ (Ich glaub ja, er fragt sich das immer noch…)
Deshalb, lieber Tom, genau aus den Gründen, die Adam Fischer bei seiner Entscheidung dazu angegeben hat …

Mimikama erhält den Menschenrechtspreis

„Wie kann die Meinungsfreiheit gewahrt bleiben, wenn Falschmeldungen und Verschwörungstheorien auf dem Vormarsch sind? Inwieweit sind die Menschen fähig, auf persönliche Freiheiten zu verzichten, um dem Interesse der Gemeinschaft zu dienen – sei es für den Schutz von vulnerablen Gruppen in der Pandemie oder für den Schutz des Klimas für nachfolgende Generationen? Wenn die Menschheit nicht lernt, Freiheitsrechte nicht zu missbrauchen, dann ist die Freiheit insgesamt in Gefahr.“ 

Quelle: Preis für Kämpfer gegen Klimawandel und Fake News

Zeichnen wieder entdeckt

Anfang April hat’s mich gepackt. Ich hab ja gesagt, dass ich ein bisserl mehr Zeit hatte, in mich reinzuhorchen. Und da ist sie dann aufgetaucht… Die Frage, ob ich es noch kann. Das Zeichnen.

Ich hab’s dann einfach versucht. Ich wollt einfach wissen, was da noch geht. Früher mal, zu Schulzeiten – jaja, lang, lang ist’s her – war ich ständig am Zeichnen. Eine Kritzelei da, eine Zeichnung dort, Idole meiner Jugend mit Bleistift und auch gerne Kohlestiften (das war meist eine kleine Sauerei) zu Papier gebracht. 

Und dann war’s so weit. Ich hatte etwas Zeit und hab mich mit Bleistift und Papier bewaffnet hingesetzt und einfach mal probiert, was noch geht.

Üben, üben, üben ...

Die Übung fehlt, das hab ich schnell gemerkt. Die ersten Striche waren schwerfällig, die Hand verkrampft. Aber so nach und nach ging’s etwas leichter. Ich hab mich erinnert, dass ich früher beim Zeichnen weniger auf die Formen als auf Licht und Schatten geachtet hab. Die ergeben dann von selbst die eigentliche Form. 

Meine Erkenntnis: Ich bin noch weit weg von damals. Die Leichtigkeit, mit der ich damals diverse Motive aufs Papier gebracht hab, geht mir noch ein wenig ab. Aber ich bin mir sicher, mit ein wenig Übung wird das wieder. Und mit dem ersten Ergebnis bin ich schon mal durchaus zufrieden. Ja, da geht noch was. Und vermutlich auch noch viel mehr 😉 

Es hat Spaß gemacht, Riesen-Spaß, wieder den Stift zu schwingen. Ich ordne das mal als besonders süßen Löffel der Ribiselmarmelade ein. 😉

Bleistiftzeichnung ©Claudia Spieß

Klarer sehen, was ich will

Und auf einmal poppen da tausend Dinge auf. In der Fotografie hab ich die letzten Jahre meine Richtung gesucht. Ich wollt nicht einfach nur fotografieren und schöne Ergebnisse liefern. Ich wollt „meine Fotografie“ liefern. Ich hab krampfhaft und meist auch ohne großen Erfolg versucht, meinen Stil zu finden. Meinen Look. Die Spießsche Handschrift in der Fotografie. Wo dann bei Fotos von mir sofort klar ist: „Das kann nur von der Spieß sein.“
Ich wusst oft nicht, welche Ideen ich verfolgen könnt. Sie waren da, aber sie waren irgendwie nicht greifbar. Ich hab mich an anderen orientiert – oft viel zu sehr. Und meine Ideen? Die sind auf der Strecke und unangetastet geblieben. 

Also hab ich als ersten Schritt Facebook entrümpelt. Zu vielen Fotografen bin ich gefolgt, in zu vielen Gruppen war ich. Ich hab mir die Frage gestellt, wo ich mit meiner Fotografie ohne Facebook, Instagram und Co wäre. Permanent sieht man hier Bilder von anderen. Und ich geh davon aus, dass wir alle zumindest ein bisserl ein fotografisches Gedächtnis haben. Und ich geh weiter davon aus, dass das bei uns Fotografen nochmal mehr zutrifft. Fotos werden – wenn auch unbewusst – auf der eigenen internen Festplatte gespeichert. Und der Speicherplatz für die eigenen Ideen und Vorstellungen schrumpft immer mehr. Die Frage, wie meine Fotos ohne diesen Einfluss aussehen würden, hat mich lang beschäftigt. Und tut’s immer noch. 

Ich war sehr kritisch, teilweise brutal bei der Auswahl und beim Ausmisten

Es waren viele drunter, die zwar sicherlich gute Arbeit liefern, aber für mich unter „das gibt es x-mal, da ist nichts Neues für mich dabei“ fallen. Einige wenige hab ich behalten. Nämlich die, die etwas Besonderes machen. Die, die mit besonders auffallender Begeisterung und viel Herz dabei sind. Und vor allem aber die, die mich inspirieren. Nicht, um ihnen etwas nachzumachen, sondern um durch sie eventuell sogar auf eigene Ideen zu kommen.

Mit der Erinnerung, dass da das Talent „Zeichnen“ schlummert, kamen neue Ideen und neue (alte) Interessen. Ich wollte nicht den x-ten Workshop zum Thema Fotografie machen. Nein, plötzlich war da eine Richtung erkennbar. Vielleicht erst noch als kleiner Trampfelpfad inmitten eines Riesen-Dschungels. Aber mit einem kleinen Wegweiser für mich. Und der war ausschließlich und exklusiv NUR für mich da. 

Machete ausgepackt und den Trampelpfad zu einem Weg für mich gemacht. Und schnell hab ich gemerkt, dass da was passiert. Dass – als ich diese „Tür“ geöffnet hab  – da viele, viele Dinge waren, die anscheinend schon lang geduldig auf mich und den wohl perfekten Zeitpunkt gewartet haben. Jawoll, anscheinend bin ich jetzt bereit für euch. Also los, gehen wir’s an! – Spieß goes Grafikdesign

Ablichterei-Fotos ©Claudia Spieß

Die Spieß wird Grafikdesignerin

Grafikdesign war ja immer schon Thema bei mir, wenn auch über viele Jahre gut versteckt. Trotzdem hab ich in den letzten Jahren hie und da mal ein Logo entworfen oder auch Webseiten gestaltet. Aber jetzt will ich nicht mehr nur „rumwurschteln“. Ich will wissen, was ein gutes Logo ausmacht. Ich will wissen, warum Logos funktionieren oder warum eben nicht. Ich will die Kniffe eines guten Designs – sei es für Webseiten oder auch Flyer und Broschüren – kennen, lernen und umsetzen können. 

Also, schnell diese Erkenntnis genutzt und nach einer Ausbildung gesucht (und gefunden). Seit Anfang Mai 2021 läuft also meine Ausbildung bei der OfG Online-Schule für Gestaltung. – Gut gewählt! Es ist so richtig interessant, und für das Feedback, das man bekommt, nehmen sich die Dozenten richtig viel Zeit. Kurz: Es macht Spaß und bringt mich hoffentlich – nein, bestimmt! – weiter.

Kein Stress

Ja, ab und zu gibt’s zeitliche Engpässe. Aber das ist ok, diesmal will ich nicht hudeln, ich nehm mir die Zeit, die ich brauch. Und ich freu mich drauf, was dann draus wird. 

Auch hier sind x Ideen da und warten nur auf ihre Umsetzung – ohne störende Einflüsse von außen diesmal (ja, ich lerne dazu).

Ich bin motiviert, ich hab wieder etwas gefunden, das mich einfach fesselt und brennend interessiert. Ich will Designs liefern, wo ich mich dann glücklich zurücklehn und sag „Boah, das ist einfach nur geil geworden, richtig clever, Claudschi!“ 

Cretacolor Bleistifte auf Skizzenblock ©Claudia Spieß

Das größte saure Körndl dieses Jahr

Wenn Familienangehörige krank werden, sehr krank, und wenn man mehr oder weniger hilflos zusehen muss, wie es manchmal schneller, manchmal langsamer, aber stetig bergab geht, kann man das eigentlich gar nicht mehr als saures Körndl bezeichnen. Dann ist das einfach nur unfair, ungerecht, und alles andere als in Ordnung. Man wünscht seinen Lieben doch immer und überall nur das Beste. Doch manchmal reicht das leider nicht. 

Man kann einfach nur da sein, und das kommt einem jedes Mal verdammt zu wenig vor!

Wenn dann Notarzt und Rettung viel zu oft gerufen werden müssen, steht man jedes Mal daneben und möchte irgendwas tun, um zu helfen. Aber das kann man nicht. Man kann nur daneben stehen. Man kann nur zusehen. Man weiß, dass man akzeptieren muss, es fällt einem aber einfach so schwer. Man funktioniert zum Teil einfach nur noch. Und das Einzige, was bleibt, ist, dass man da ist. Mehr kann man nicht tun.

Im Juni war es so weit. Wir mussten uns von Ernsti, meinem lieben Stiefpapa, verabschieden. Für immer. Und er fehlt. 

Er fehlt, wenn sein Platzerl auf der Couch einfach immer leer ist, wenn ich ins Wohnzimmer schau

Er fehlt mit seinem ganz eigenen Schmäh. Er fehlt, wenn er und ich gemeinsam meine Mama ein bissl auf die Schaufel genommen haben. Er fehlt, wenn er mit diesem Riesenlöffel, den nur er benutzt hat, Nudelsuppe isst. Er fehlt mit seiner Liebe zur Musik, wo er im Auto schon mal laut aufgedreht hat bei Eric Clapton, Dire Straits und Co. Er fehlt mit seinen Aussagen, mit denen er es manchmal einfach auf den Punkt gebracht hat, wie z.B. wenn er über den ein oder anderen komischen Kauz gesagt hat „Jessas, der Trottl“.

Ich frag mich immer noch, ob ich nicht zumindest in manchen Momenten mehr machen hätt können. Ob ich meine Mama etwas mehr unterstützen hätt können. Ich weiß es nicht. Man ist teilweise einfach auch wie gelähmt. Man ist überfordert. Und oft schlägt wohl auch eine Art Selbstschutz zu, die einen davor bewahrt, wirklich zu begreifen, was da grad passiert. 

Ernsti, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an dich denk. Und meist muss ich ein bissi schmunzeln, weil es einfach die meiste Zeit über, in der ich dich kennen durfte, mit dir immer was zu schmunzeln gegeben hat. 

Bei Songs wie „Locomotive Breath“ werd ich immer an dich denken. Ich erinner mich, als wir mal gemeinsam im Auto unterwegs waren, eben dieses Lied im Radio war, und du dann an einer gewissen Stelle mit „Jetz! Des!“ die Lautstärke hochgedreht hast. Und es gibt noch so viel mehr, wo du in Gedanken immer noch da bist. Und immer da sein wirst. 

Schlaf gut, Ernsti ❤️

ABLICHTEREI macht Pause

„Ein Job, eine Ausbildung und daneben selbstständig. Wie machst du das nur?“ – Gar nicht! Zumindest wurde mir das im Juni bewusst. 

Also hab ich beschlossen, die Ablichterei pausieren zu lassen: Gewerbe ruhend seit 1. August 2021

Ja? Nein? Doch? Doch nicht?

Klar macht man sich Gedanken, ob das g´scheit ist. Vergessen einen die Leute, bis man wieder aktiv wird? Macht es überhaupt Sinn? Warum nicht einfach weiterlaufen lassen und weniger machen? 

Nein, es hätte definitiv keinen Sinn gehabt. Das sehe ich mittlerweile sehr klar. Bereits in den wenigen Monaten, in der sich Ausbildung, Job und noch ein Job überschnitten haben, war zu wenig Zeit bei zu viel Stress an der Tagesordnung. 

Es hat keinen Sinn, neben meinem Hauptjob und meiner Ausbildung noch Zeit für Foto-Aufträge zu finden. Vor allem dann nicht, wenn ich dafür rund um die Uhr am PC sitzen müsst, und am besten auf Essen, Trinken und Schlafen verzichtet hätt. Und da ist noch nicht eingerechnet, dass ich mich mit meinem Hund in sinnvollem Ausmaß beschäftigen möcht. 

 

Kein Zwang, kein Muss, kein Druck

Mein Nacken war dauer-verspannt, meine Augen waren müde, Spaß an der Arbeit konnte ich das wirklich nicht mehr nennen. Und das war wohl das Tüpfelchen auf dem i, das den Ausschlag zu dieser Entscheidung gegeben hat.

Vielleicht bin ich hilflos naiv und auch ein bisserl romantisch, was die Fotografie angeht. Man hört so oft „Wow, du hast dein Hobby zum Beruf gemacht, du machst das, was du liebst“ – und genau so seh ich das auch. Und so soll es auch sein. Kein Muss, kein Zwang, und vor allem bitte niemals etwas, das sich nicht gut anfühlt. 

Ich will Zeit für die Fotografie haben, und ich will weiterhin gerne fotografieren und es nicht als „Muss“ ansehen.

I’ll be back

Die Ablichterei ist ja nicht für immer weg. Und sie wird wieder kommen. In welcher Form, auf welche Art und Weise, in Kombi mit Grafikdesign oder komplett neu erfunden? – Das wird sich in den nächsten Monaten weisen. 

Screenshot Facebook - ABLICHTEREI macht Pause

Die Geburt der Spieß Special Stories

Gleichzeitig mit dem Einläuten der Ablichterei-Pause hab ich endlich meine langgehegte Idee von einem persönlichen Blog – jupp, richtig, diesem hier, in dem du grad liest – verwirklicht. Auch in Hinblick darauf, die Ablichterei nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Innerhalb eines Tages hab ich das Grunddesign aus dem Boden gestampft, das ich mittlerweile auch schon ein bisserl angepasst hab. Und innerhalb eines Tages hab ich dann gleich mal zwei Blog-Beiträge rausgehauen. 

Einerseits war da die Info, DASS und WARUM es diesen Blog gibt. Jetzt bloggt sie auch noch! 
Und andererseits war mir nach einem kleinen Einblick in meine kleine Welt: Die Spieß

Schließlich sollen auch die, die mich noch nicht kennen, ungefähr wissen, was hier so los ist, wer hinter dem Blog steckt, wenn’s auch nur ein ganz kleiner Einblick in ein paar meiner Eigenheiten ist.

Einfach schreiben

Was ich mir noch angewöhnen muss: Nicht jeden Blog-Beitrag zu Tode zerpflücken. Die Beiträge, die ich einfach „fast nebenbei“ geschrieben hab, sind mir am leichtesten gefallen. Und die kommen auch am besten an. Also: Ich gelobe Besserung. 

Und einer der 2022er-Vorsätze ist, dass ich euch an meinem Tun ein bissl mehr teilhaben lassen werd. Denn es tut sich soooo viel. Tagtäglich. Oft stündlich. Und manchmal ist’s einfach nur Spießscher Bledsinn, der aber meist besonders gut ankommt.

Ich hab so einen leisen Verdacht, dass sich hier eine ganz besondere Zielgruppe unter den Lesern auftut 😉

Immer smart - nie spießig / Foto: Claudia Spieß

Auszeit im Waldviertel

„Sag amal, Spieß, machst du nur noch Pausen?“ – Ja, das kann ich am besten 😉 

Es war einfach sehr viel los dieses Jahr. Beruflich und auch privat. Und irgendwann braucht man dann eine Pause. Der aufmerksame Leser weiß, dass ich diese nicht im lauten Trubel verbring. Nein. Ich hab mir ein Häuschen im Waldviertel gesucht, irgendwo im Nirgendwo. Da war ich dann eine knappe Woche. 

Das Hendl-Gegacker war das Lauteste hier

Ehrlich, am liebsten wär ich dort geblieben. Ruhe, Ruhe, Ruhe. Ein nettes Häuschen mit einem uneinsehbaren Garten. Im Haus ein alter Holzofen in der Küche. 

Die Nachbarn: Hendln. Ich glaub, jeder in dem kleinen Ort hat Hendln. Es gab auch Pferde, Schweine und Kühe. Aber Hendln hatten hier die Oberhand, scheint mir. 

Entspannen & abschalten

Jedenfalls haben mein Begleiter Bogey (der hier von einer Nachbarin – nein, kein Hendl – kurzerhand in „Bobo“ umgetauft wurde, sie wollte sich „Bogey“ einfach nicht merken) und ich uns hier wirklich wohl gefühlt und auch einfach mal NICHTS gemacht: Pause gedrückt 

Wenn’s auch nur eine knappe Woche war: Die paar Tage waren eins meiner Highlights dieses Jahr. Abgesehen davon, dass ich es mit dem Häuschen einfach super erwischt hab und das Wetter zum Großteil auch mitgespielt hat, konnt ich da wieder mal so richtig ausspannen. 

Und was passiert, wenn ich das tu? Die Ideen sprudeln, dass es schon fast unheimlich ist. Meine Ideenpool-Liste wird immer voller. Und es kribbelt permanent in den Fingern, die alle umzusetzen, auszuprobieren und zu sehen, was davon wirklich gut funktioniert. 

„Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause.“
[Elizabeth Barrett Browning]

Magazincover-Fotos by Ablichterei

Monatlich flattert das Magazin des SVÖ – Österreichischer Verein für Deutsche Schäferhunde ins Haus. Im September, als ich grad im Waldviertel war, bekomm ich eine SMS von einer lieben Bekannten, deren Schäferhund Nik ich im Juni fotografiert hatte. 

„Liebe Claudia, du hast es geschafft, Nik ist auf der Titelseite! Danke, dankeschön und dir eine tolle Umarmung…“ – so in etwa der Text. 

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich gefreut hab. Ich hab wirklich nicht damit gerechnet, denn ich bin mir sicher, dass der SVÖ permanent x Fotos erhält, die sich gut als Titelbilder machen würden. Meins hatte ich erst im Juli oder August gemailt. 

Umso mehr hat´s mich gefreut, die begeisterte Nachricht von Niks Besitzerin zu erhalten und den feschen Burschen am Titelbild der September-Ausgabe des SVÖ-Magazins zu sehen. 

Überraschung Nummer 2

Bei dieser Überraschung ist’s nicht geblieben. Im Oktober ging´s weiter. 

Ich geh nichtsahnend zum Postkasterl, liegt da die Oktober-Ausgabe des SVÖ-Magazins drin. – Ich nehm sie raus und muss grinsen: „Den kenn ich doch!“

Diesmal hat’s Nox aufs Titelblatt geschafft, den ich bereits im Jahr davor als kleines Fellwuzerl fotografiert hab. 

 

Meine Lieblingsfotos aus diesem Jahr

Es gibt kaum einen Moment, in dem ich nicht zumindest mit dem Handy ein Foto mach. Wenn ich zum Beispiel mit meinem Bogey draußen unterwegs bin, spannende Wolkenformationen seh, wunderschöne Sonnenaufgänge oder auch -untergänge oder sonst irgendwelche interessanten Szenerien. 

Und wenn ich dann meine Kamera auch noch dabei hab, wird’s nochmal „schlimmer“. Es ist aber auch klar, oder? Eine Fotografin, die nicht gern fotografiert, würd ich persönlich ein bisserl spooky finden. 😉 

Besondere Momente machen besondere Fotos aus

Natürlich gibt’s darunter immer Fotos, die ich besonders mag. Und natürlich ist ein großer Teil davon von meinem unbeschreiblich tollen, hübschen, cleveren, witzigen, charmanten, stürmischen und einfach unwiderstehlichen *hach – seufz* Bogey: My Life with Bogey

Das müssen dann auch nicht mal die technisch perfekten Fotos sein, sondern können schon auch mal mit einer besonderen Erinnerung oder einem schönen Gefühl verknüpft sein, um sich als meine persönlichen Lieblinge zu etablieren. Definitiv jedesmal grooooooße Löffel voller süßer Marmelade – und ganz ohne Körndln. Einfach nur „schmecken lassen“ 😉

Und wie wird 2022?

Also, was steht 2022 an? Abgesehen davon, dass ich meine Grafikdesign-Ausbildung im Sommer abschließen werd, wird das wohl ein Jahr der großen Pläne, unzähligen Ideen und deren Umsetzung werden.

Das betrifft die Ablichterei und damit meine Fotografie. Das betrifft natürlich auch Grafikdesign. Und auch bei Mimikama wird sich einiges tun.
Es is wie immer bei mir: Fad wird mir sicher nicht.

Vorsätze gibt’s, einer davon heißt: „Auch mal Nein sagen“ – vor allem zu Dingen, die sich von vornherein eh schon irgendwie ungut anfühlen. Die anderen fallen vermutlich unter die üblichen Verdächtigen: Mit der Waage Freundschaft schließen, mehr Zeit mit Freunden und für mich wichtige Menschen verbringen, Energiefresser weiterhin aus meinem Leben bannen, öfter mal auf mich selbst schauen und Erholungspausen einlegen. Und: Das Handy auch mal liegen lassen.

Sollte 2022 ein Brotaufstrich werden, dann bitte Honig. Danke.

Ich lass mich mal überraschen und halt die Augen offen, was 2022 für mich parat hält.

Eine Bitte hab ich allerdings an dich, liebes neues Jahr: Sei gnädig und lass Saures und diverse Körndln diesmal an mir vorüberziehen.

Ich bin für „ein Jahr voller goldenem Honig“. Und stell dir mal vor, ich kann über dich dann in dieser Form berichten. Das wär doch was, hm?

Deal, 2022? 😉